Kaffee & Koffein – Was ist gesund ?

Koffein im Kaffee - Gesund oder lieber koffeinfrei ?
Koffein im Kaffee - Gesund oder lieber koffeinfrei ?

Kaffee koffeinfrei ist nicht automatisch gesund oder gesünder, als sein unbehandeltes Gegenstück. Es kommt maßgeblich auf die Methode an, die verwendet wird, um dem Kaffee Koffein zu entziehen. So kann es unter Umständen sein, dass der Kaffee durch bestimmte Verfahren weniger verträglich wird, als er das mit Koffein wäre. Gerade die magenschonende Wirkung geht dann verloren. Wir gehen später näher auf die verschiedenen Verfahren des Entkoffeinierens ein und zeigen auch die postivien und negativen Eigenschaften von Koffein auf.

Übringes
Obwohl der Kaffee den Titel „entkoffeiniert“ trägt, ist er nie gänzlich frei von Koffein.
Das Koffeinlimit der EU für koffeinfreien Kaffee beträgt maximal 0,1%.

Aber klären wir zunächst:

Was ist Koffein ?

Koffein - Chemische Struktur
Koffein - Chemische Struktur

Bei Koffein handelt es sich um eine psychoaktive Substanz (Alkaloid). Es kommt in natürlicher Form in verschiedenen Pflanzen vor und dient den Pflanzen als Abwehr gegen Schädlinge. Enthalten ist es beispielsweise in:

  • Kaffeebohnen
  • Kakaofrüchten
  • Nüsse des Kolabaum
  • Blätter von Teesträuchern und Matepflanzen
  • Samen des Guaranabaums

Koffein wirkt beim Verzehr beim Menschen stimulierend auf das Nervensystem. Ausserdem steigert es die Konzentration. Da Koffein die Ausschüttung der Stresshormone Kortisol und Adrenalin anregt, wird der Blutdruck gesteigert und das Herz schägt schneller. Dieser Effekt tritt nach 15 bis 30 Minuten ein. Denn dann ist das Koffein erst in den Blutkreislauf gelangt.

Der Abbau der Substanz dauert im Anschluss c.a. 4 Stunden. Der tatsächliche Effekt ist jedoch davon abhängig, wie regelmäßig man Koffein konsumiert. Denn an Koffein kann sich der Körper gewöhnen. Dann ist die Wirkung mit der Zeit nicht mehr so groß. Ebenso spielt es auch eine Rolle, wie der Konsument grundsätzlich auf Koffein reagiert und wie schnell sein Stoffwechslel arbeitet.

Vor.- &  Nachteile von Koffein

Vorteile von Koffein

  • Koffein regt die Herzfrequenz und den Stoffwechsel an
  • Die Speicherleistung des Gehirns wird durch die Aufnahme des Wirkstoffes erhöht, allerdings nur das Kurzzeitgedächtnis
  • Die Konzentration wird durch die Aufnahme der Substanz verbessert, ebenso die Leistungsfähigkeit
  • Koffeinhaltige Getränke wirken nach nur wenigen Minuten effektiv gegen Müdigkeit. Die Wirkung hat jedoch nur eine begrenzte Dauer, der Wirkstoff wird bereits ein paar Stunden später im Gehirn wieder abgebaut
  • Eine reduzierte Aufnahme von Koffein lindert Beschwerden des prämenstruellen Syndroms, kurz PMS.
    Symptome von PMS sind u.a.: Müdigkeit, Blähungen, Kopfschmerzen, Bauchkrämpfe, Empfindlichkeit und Schwellung der Brust und Gewichtszunahme
  • Der Wirkstoff wirkt sich positiv auf die Verdauung aus und der Harndrang steigt

Nachteile von Koffein

  • Koffein wirkt währen der Schwangerschaft schädlich auf Ungeborene
  • Bei Schwangeren kann desweiteren der Inhaltsstoff zu Palpitation (Herzklopfen) und Herzstolpern führen
  • verschlechtert Osteoporose
  • Das Herz-Kreislauf-System wird durch eine große Menge Koffein negativ beeinflusst.
  • entzieht dem Körper Kalium und Kalzium
  • Menschen, die Kaffee oder ähnliche koffeinhaltige Getränke trinken, können eine Abhängigkeit entwickeln
  • Koffein ist eine psychoaktive Substanz und sollte daher kritisch gesehen werden
  • gesteigerter Harndrang
  • Beim Konsom großer Mengen Koffein:
    • Inkontinenz (bei Männern)
    • Magenbeschwerden (vermehrte Magensäureproduktion)
    • Probleme beim Einschlafen, Schlaflosigkeit
    • innere Unruhe bis hin zu Angstzuständen
    • Schweißausbrüche
    • Herzrhythmusstörungen
    • Nervosität
    • Reizbarkeit
    • Kopfschmerzen
    • überhöhtes Adrenalin

Koffein während der Schwangerschaft

Koffein und Schwangerschaft - Es gilt auf den Kaffeekonsum zu achten
Koffein und Schwangerschaft - Es gilt auf den Kaffeekonsum zu achten

Sollte die Mutter in der Schwangerschaft viel Koffein zu sich genommen haben, dann kann das Baby bereits nach der Geburt Anzeichen eines Koffeinentzuges aufweisen, denn der Wirkstoff kann während der Schwangerschaft durch die Plazentaschranke gedrungen sein. Deren Aufgabe ist es, eine Mischung des Blutes von Mutter und Kind zu verhindern. So werden Giftstoffe wie Medikamente, Koffein, Alkohol und Nikotin gefiltert.

Koffein kann auch das Wachstum des Fötus beeinflussen. Der Fötus besitzt noch keine Enzyme , die das Koffein abbauen. Dehalb sollten schwangere Frauen nicht mehr als 200 Milligramm (ca. zwei Tassen Kaffee) pro Tag zu trinken (Empfehlung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit).

Auch nach der Geburt sollte die Mutter auf den Konsum von Koffein verzichten, da sich der Stoff auch in der Muttermilch absetzt. Kaffee koffeinfrei wäre hier eine Möglichkeit.

Koffeingehalt verschiedener Kaffee-Varianten

Nicht nur die Kaffeebohne bestimmt den Koffeingehalt.
Selbstverständlich hat auch die Zubereitung des Getränks Einfluss auf die Menge an Koffein in der Tasse.
Das liegt an dem eingesetzten Mengenverhältnis der Zutaten, wie Wasser, Milch etc.

Kaffee-Rezept Menge Getränk Koffeingehalt
Filterkaffee 150 ml 80 mg
Espresso 25 ml 25-30 mg
Instant-Kaffee 150 ml 60-100 mg
Cappuccino 150 ml 25-30 mg
Latte Macchiato 250 ml 25-30 mg
entkoffeinierter Kaffee 150 ml 1-4 mg

Ein Alternative ist der Verzehr Kaffee koffeinfrei.
Dabei wird dem Kaffee bei der Herstelung das Koffein entzogen.

Aber ..

Wie verliert der Kaffee Koffein ?

Es gibt folgende gängige Methoden koffeinfreien Kaffee herzustellen:

Koffeinentzug mit chemischen Prozessen

Dabei wird das Koffein mit einem Lösungsmittel extrahiert. Dieser Schritt wird mehrmals wiederholt. Bei dem Verfahren verschwindet mit dem Koffein auch leider ein Teil des Geschmacks.

Direktes Verfahren

Bei dem direkten Verfahren werden die Bohnen 30 Minuten lang Wasserdampf ausgesetzt. Dann werden die Bohnen für 10 Stunden in Kontakt mit dem Lösungsmittel Ethylacetat oder Dichlormethan gebracht. Anschließend wird Lösungsmittel abgeschüttet. Dichlormethan steht unter Verdacht Krebs zu erzeugen.

Indirektes Verfahren

Beim indirekten Verfahren werden alle Inhaltsstoffe, die wasserlöslich sind, mit heißem Wasser herausgelöst, als würde man den Kaffee normal kochen wollen. Die entstehende Lösung wird dann mit Ethylacetat versetzt, um das Koffein zu extrahieren.

Koffeinentzug mit chemischen Prozessen
Kaffe Koffein - Entzug mit chemischen Prozessen. Ethylacetat oder Dichlormethan kommen zum Einsatz.

Schweizer-Wasser-Prozess Verfahren

Das Schweizer-Wasser-Prozess Verfahren kommt ganz ohne Chemie aus. Leider ist das ganze äußerst kostspielig. Kaffeebohnen werden mit Wasser durchtränkt. Das Wasser wird durch einen Aktivkohlefilter geleitet und mit neuen Bohnen vermischt. Dabei wird den neuen Bohnen das Koffein entzogen. Dieser Schritt wird mehrfach wiederholt.

Kohlendioxid-Verfahren

Die Bohnen werden mit Wasserdampf behandelt und bei einem Druck von 73 - 300 bar mit dem Kohlenstoffdioxid gespült. Dabei wird das flüssige Koffein herausgelöst.

Fazit

Liegen keine gesundheitlichen Störungen vor, ist der Konsum von Koffein nicht ungesund. Allerdings sollte man es mit der Menge nicht übertreiben. Kaffee sollte ein Genußmittel darstellen und bewußt zu sich genommen werden. Außerdem kann man kleinen "Durchhängern" im Alltag, mit einer Tasse Kaffee prima zu Leibe rücken.

Für gesunde Erwachsene gilt: Einzeldosen bis zu 200 Milligramm (also etwa 3 mg/kg Körpergewicht). Darauf basierend gilt eine Tagesrationen von bis zu 400 Milligramm (5,7 mg/kg Körpergewicht) als unbedenklich. Zur Orientierung: Eine Tasse Filterkaffee (200 ml) enthält circa 100 Milligramm Koffein.

In der Schwangerschaft sollten Frauen Ihren Kaffeekonsum deutlich einschränken.

Tipp: Hier finden Sie ein paar Infos zum sagenumwobenen Thema Kaffee & Kalorien.

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